Warum Zeit und kein Blutwert?
Bei Cannabis sagt eine einzelne Blutkonzentration die Beeinträchtigung sehr schlecht voraus (veröffentlichte Korrelationen liegen nahe null, R²≈0,03). Clearhead zeigt daher keine bedeutungslose Zahl — es modelliert die Erholung über die Zeit: wie lange eine Substanz dich voraussichtlich beeinflusst und wann sie abklingt, je nach deinem Konsummuster und deinem Körper.
Das ist die zentrale Design-Entscheidung. Eine Konzentration allein sagt wenig darüber aus, wie eine Person tatsächlich funktioniert; derselbe Wert bedeutet für einen Gelegenheits- und einen Dauerkonsumenten Unterschiedliches. Die Zeit — geformt von Häufigkeit, Dosis, Konsumform und Körperzusammensetzung — ist die ehrlichere Achse.
Welches Modell verwendet es?
Die Schätzungen stammen aus einem populationspharmakokinetischen Modell, das auf peer-reviewter Forschung beruht (insbesondere einem Drei-Kompartiment-Populationsmodell für THC), nicht aus einem einzelnen Durchschnitt von einer anderen Website. Das Modell wird pro Substanzfamilie angewandt und an deine Angaben angepasst — Häufigkeit, übliche Dosis, Konsumform und Körperzusammensetzung.
Wir veröffentlichen, worauf das Modell beruht und warum. Wir veröffentlichen nicht die genauen internen Konstanten, Kalibrierungsfaktoren oder Formeln — das ist der Teil des Produkts, der die eigentliche Arbeit gekostet hat, und er bleibt in der App. Es geht hier um Transparenz über die Belege und den Ansatz, nicht um eine Bauanleitung.
Wie werden die Nachweisfenster gebildet?
Für jede Matrix — Blut, Speichel und Urin — hängt das Fenster vor allem von zwei Dingen ab: deinem Konsummuster (einmalig, gelegentlich, regelmäßig, stark) und, für den im Fett gespeicherten Metaboliten, den Urintests nachweisen, deinem Körperfettanteil. Weil THC lipophil ist, lagert es sich im Fettgewebe ein und wird langsam freigesetzt — deshalb bleibt ein Dauerkonsument weit länger nachweisbar, als die Wirkung anhält. Die auf der Website gezeigten Fenster stammen aus genau diesem Modell.
Die Evidenzbasis
Clearhead ist an veröffentlichter, peer-reviewter Pharmakologie und an echten Studien zur Fahrbeeinträchtigung kalibriert — nicht an Marketingaussagen. Zu den Primärquellen hinter den Cannabis-Schätzungen gehören:
- Alvarez Y et al., Br J Clin Pharmacol 2021;87(8):3139–3149 — populationspharmakokinetisches Modell von THC.
- McCartney D et al., Neurosci Biobehav Rev 2021;126:175–193 (PMID 33497784) — Dauer der Cannabis-Beeinträchtigung.
- Huestis MA, 1992 & Hunault CC et al., 2008 (PMID 18695931) — Spitzenkonzentrationen im Blut.
- Karschner EL et al., J Anal Toxicol 2009;33:469 — Rest-Blutwerte bei Dauerkonsumenten.
- Lowe RH et al., J Anal Toxicol 2009 — Eliminationshalbwertszeit bei Abstinenz.
- Bergamaschi MM et al., Clin Chem 2013;59(3):519–526 (PMID 23449702) — verlängerte Ausscheidung bei Dauerkonsumenten.
- Spindle TR et al., 2019 (orale & vaporisierte Gabe); Toennes SW et al., 2008 (Kinetik bei Gelegenheitskonsum).
Gesetzliche Grenzwerte sind separat aus der Primärgesetzgebung zusammengestellt und jeweils auf der Seite THC-Grenzwerte belegt.
Was es dir nicht sagen kann
Clearhead ist ehrlich über seine Grenzen — es ist eine Schätzung, keine Messung:
- Es ist kein Labor- oder forensisches Ergebnis. Blutwerte werden als physiologische Schätzung in Plasma modelliert; ein Labor misst Serum oder Vollblut nach einem geregelten Protokoll.
- Individuelle Schwankungen sind real. Stoffwechsel, Genetik, Gesundheit und Körperzusammensetzung verschieben den tatsächlichen Wert; die Schätzung ist ein wahrscheinlicher Bereich, keine Garantie.
- Es ist niemals eine Erlaubnis. Unter einem Grenzwert — oder jenseits eines geschätzten Fensters — zu liegen, erlaubt weder das Fahren noch den Konsum einer Substanz. Die sicherste Wahl ist immer keine.
- Sicherheitshinweise bleiben konservativ. Die Erholung wird nie schneller angegeben, als es die Belege stützen.
Wie sich das von generischen Rechnern unterscheidet
Die meisten THC-Rechner geben eine Zahl ohne Modell dahinter aus, ignorieren dein Konsummuster und deinen Körper und wiederholen stillschweigend Detox-Mythen. Clearhead macht das Gegenteil: ein explizites Modell, Schätzungen pro Profil über drei Matrizen, zitierte Quellen und eine klare Aussage zu seinen Grenzen. Das ist der ganze Sinn — und der Grund, warum die Schätzung nur so weit Vertrauen verdient, wie sie ehrlich zu sich selbst ist.
Verfasst von Rudolf Prokeš im Auftrag von Culture s.r.o. Zuletzt geprüft am 30. Juli 2026. Siehe das Impressum für Unternehmens- und Kontaktdaten.