Die kurze Antwort
Nach einer einzelnen Dosis ist Amphetamin rund 12 bis 48 Stunden im Blut, 20 bis 60 Stunden im Speichel und 1 bis 4 Tage im Urin nachweisbar. Wirklich täglicher oder abhängiger Konsum ist eine andere Kurve: 1 bis 4 Tage im Blut, bis zu rund 7 Tage im Speichel und 2 bis 7,5 Tage im Urin.
Diesen Abstand erzeugen zwei Faktoren — und beide sind nicht die, die man vermuten würde. Erstens die Stufe zwischen episodisch und täglich — Clearhead staffelt Amphetamin gar nicht nach „wie oft im Monat“, sondern schaltet zwischen einem Einzeldosis-Fenster und einem Fenster für täglichen Konsum um. Zweitens der Urin-pH, der die Plasmahalbwertszeit bei ein und derselben Person von rund 7 auf rund 34 Stunden verschiebt.
Wie lange ist Amphetamin im Blut, Speichel und Urin nachweisbar?
| Konsummuster | Blut | Speichel | Urin (Amphetamin-Klasse) |
|---|---|---|---|
| Einmalig oder episodisch | 12–48 h | 20–60 h | 24–96 h (1–4 Tage) |
| Täglich / abhängig | 24–96 h (1–4 Tage) | 36–168 h (bis 7 Tage) | 48–180 h (2–7,5 Tage) |
Das sind dieselben Fenster, die Clearhead in der App anzeigt, bei diesen Referenz-Cut-offs: Blut 20 ng/ml, Speichel 25 ng/ml im Modell (DRUID forensisch 25 ng/ml, SAMHSA-Screening 50 ng/ml), Urin 500 ng/ml (Immunoassay-Screening). Schätzungen, keine Messungen.
Speed, Dexamfetamin und Elvanse — für den Drogentest dasselbe Molekül
Speed-Pulver von der Straße, verschriebenes Dexamfetamin (Attentin) und Lisdexamfetamin (Elvanse) sind für einen Immunoassay dasselbe Molekül — Adderall ist der US-Markenname für ein Gemisch aus Amphetaminsalzen. Die Tabelle oben gilt für alle. Ein Rezept ändert die rechtliche Bewertung eines positiven Befunds, weil du ihn belegen kannst; an der Pharmakokinetik ändert es nichts und es verkürzt kein Fenster um eine einzige Stunde.
Beim Straßenpulver kommt eine zusätzliche Unsicherheit dazu, die aber nicht das Fenster betrifft: Der Reinheitsgrad schwankt enorm, also ist die tatsächlich konsumierte Menge die unbekannte Größe. Das Nachweisfenster hängt viel schwächer von der Dosis ab, als die meisten annehmen — unbekannte Reinheit verschiebt daher vor allem die Wirkung, kaum die Tabelle.
Der Urin-pH: rund 7 Stunden oder rund 34 Stunden
Amphetamin ist eine schwache Base und wird weitgehend unverändert über die Niere ausgeschieden. Wie sauer dein Urin ist, entscheidet deshalb darüber, wie viel davon auf dem Weg nach draußen wieder rückresorbiert wird. Die publizierte Spanne ist groß: eine Plasmahalbwertszeit von rund 7 Stunden im sauren gegenüber rund 34 Stunden im alkalischen Urin (de la Torre 2004). Das ist bei derselben Person und derselben Dosis etwa das Fünffache — und stellt jeden anderen individuellen Faktor in den Schatten.
Clearhead veröffentlicht seine Fenster für neutralen Urin-pH — eine Halbwertszeit von rund 10 Stunden, innerhalb der Literaturspanne von 6 bis 12 Stunden — und weist auf die Streuung hin, statt sie numerisch zu modellieren. Genau deshalb ist jede Zahl auf dieser Seite eine Spanne und keine Frist. Ernährung, Säureblocker, harter Sport und Krankheit verschieben den Urin-pH: Das ist eine Quelle von Streuung und keine Stellschraube, an der sich sinnvoll drehen ließe.
Was das Fenster verschiebt — und was nicht
Häufigkeit, und zwar im täglichen Sinn
Die mehrtägigen Zahlen gehören zu wirklich täglichem oder abhängigem Konsum — der lange Speichelnachlauf stammt aus einer Entzugskohorte mit etwa 0,5 bis 2 g pro Tag (Andås 2016). Zwischen Einzeldosis und vollem chronischen Wert staffelt die Schätzung nach der typischen Tagesdosis, statt sofort auf die lange Zahl zu springen — wer täglich nur wenig nimmt, liegt deutlich unter dem Urinfenster von 2 bis 7,5 Tagen. Wochenendkonsum ist hier kein chronischer Konsum: Amphetamin ist wasserlöslich und reichert sich nicht an wie THC.
Die Dosis — schwächer als gedacht
Eine größere Einzeldosis startet höher auf derselben Kurve und verschiebt das Fenster um Stunden, nicht um Tage. Zur Einordnung: 40 mg d-Amphetamin unter kontrollierten Bedingungen ergaben einen Plasmaspitzenwert von rund 120 ng/ml nach etwa 3 Stunden (Dolder & Liechti 2017) — das ist Peakhöhe, kein längerer Ausläufer.
Die Konsumform — sie verändert den Peak, nicht die Elimination
Nasaler Konsum erhöht Aufnahme und Spitzenwert, Rauchen noch stärker. Beides lässt die Halbwertszeit unberührt und verschiebt das Nachweisfenster nicht. Amphetamin reichert sich im Speichel außerdem auf rund das 2,76-Fache des Plasmaspiegels an (Cone & Huestis 2007) — deshalb greift ein Speicheltest überhaupt.
Amphetamin und Methamphetamin auf demselben Testpanel
Ein Standardpanel führt getrennte AMP- und mAMP-Linien, und eine Laborbestätigung trennt beide sauber. Der Haken hat nur eine Richtung: Rund 7 % des Methamphetamins werden im Körper zu Amphetamin (Cody 2002), deshalb schlagen bei Methamphetaminkonsum beide Linien an, und das Amphetaminsignal tritt später auf und hält länger. Amphetamin allein erzeugt umgekehrt niemals Methamphetamin — ein reiner AMP-Befund weist also nicht auf Crystal zurück.
Der Cut-off entscheidet über das Fenster
„Wie lange nachweisbar“ hat ohne „nachweisbar ab welchem Schwellenwert“ keine Antwort. Die Urinzahlen hier gehen von einem Immunoassay-Screening bei 500 ng/ml aus. Am deutlichsten zeigt es der Speichel: Das Modell rechnet mit 25 ng/ml, dem forensischen DRUID-Cut-off, während das SAMHSA-Screening bei 50 ng/ml liegt — doppelt so hoch und damit ein kürzeres Fenster aus derselben Probe. Jede veröffentlichte Zahl ohne Angabe von Matrix und Cut-off ist mit keiner anderen vergleichbar.
Am Steuer: Für Amphetamin gilt in weiten Teilen der EU Nulltoleranz
Anders als bei THC, wo einige Länder einen zahlenmäßigen Blutgrenzwert festgeschrieben haben, wird Amphetamin in den meisten europäischen Rechtsordnungen nach dem Prinzip der Nulltoleranz behandelt: Der bestätigte Nachweis in einer Verkehrs- oder Blutprobe ist für sich genommen der Verstoß — es gibt keinen Grenzwert, unter dem der Nachweis folgenlos bliebe. Analytische Bestätigungsgrenzen existieren in Laborprotokollen, sind aber technische Schwellen und keine Erlaubnis. Wie die Regelung über feste Blutgrenzwerte dort funktioniert, wo es sie gibt, zeigt unsere Seite zu den THC-Grenzwerten nach Land.
Und die beiden Zeitachsen laufen in beide Richtungen auseinander. Der Absturz danach — Erschöpfung, schlechte Aufmerksamkeit, zerstörter Schlaf — kann das Fahren noch lange beeinträchtigen, wenn das Blut längst unter jedem Cut-off liegt, während ein Urintest tagelang positiv bleibt, obwohl keinerlei Wirkung mehr besteht. Weder ein positives noch ein negatives Ergebnis ist eine Aussage über deine Fahrtüchtigkeit.
Häufige Fragen
Wie lange ist Amphetamin nachweisbar?
Das hängt von der Matrix und davon ab, wie oft du konsumierst. Nach einer einzelnen Dosis: rund 12 bis 48 Stunden im Blut, 20 bis 60 Stunden im Speichel und 1 bis 4 Tage im Urin. Bei täglichem oder abhängigem Konsum reicht der Urin bis etwa 2 bis 7,5 Tage.
Wie lange ist Amphetamin im Urin nachweisbar?
Der übliche Teststreifen liegt mit seinem Screening-Cut-off bei 500 ng/ml und erfasst die ganze Amphetamin-Klasse — Muttersubstanz plus Metaboliten. Das ergibt 1 bis 4 Tage nach einer einzelnen Dosis und 2 bis 7,5 Tage bei täglichem oder abhängigem Konsum. Diese Metaboliten sind wasserlöslich, deshalb bleibt das Fenster bei Tagen, nicht Wochen.
Ändert ein Rezept für Dexamfetamin oder Lisdexamfetamin das Nachweisfenster?
Nein. Attentin und Elvanse liefern genau das Molekül, auf das ein Drogentest anspricht — das Fenster ist dasselbe wie bei Speed von der Straße; Adderall ist der US-Markenname für ein Gemisch aus Amphetaminsalzen. Ein Rezept ändert die rechtliche Bewertung eines positiven Befunds, nicht die Biologie dahinter.
Warum spielt der Urin-pH bei Amphetamin so eine große Rolle?
Weil Amphetamin eine schwache Base ist und weitgehend unverändert über die Niere ausgeschieden wird. Saurer Urin schwemmt es aus, alkalischer Urin lässt mehr davon zurückwandern: Die Halbwertszeit reicht von rund 7 Stunden im sauren bis rund 34 Stunden im alkalischen Urin (de la Torre 2004). Das ist der größte Einzelfaktor.
Unterscheidet ein Drogentest Amphetamin und Methamphetamin?
Ein Teststreifen hat getrennte AMP- und mAMP-Linien, und eine Laborbestätigung trennt beide sauber. Der Haken hat nur eine Richtung: Rund 7 % des Methamphetamins werden im Körper zu Amphetamin, deshalb schlagen beide Linien an. Amphetamin allein erzeugt umgekehrt niemals Methamphetamin.
Verlängert eine höhere Dosis Speed das Nachweisfenster?
Deutlich weniger als die Häufigkeit des Konsums. Amphetamin ist wasserlöslich und reichert sich nicht im Fett an wie THC — eine größere Einzeldosis startet höher auf derselben Kurve und verschiebt das Fenster um Stunden, nicht um Tage. Der Sprung auf ein mehrtägiges Fenster kommt von wirklich täglichem oder abhängigem Konsum.
Verkürzen Wasser trinken oder Detox-Produkte das Nachweisfenster?
Nein. Wasser, Kaffee, Sport und Detox-Produkte ändern nichts daran, wie schnell die Niere Amphetamin ausscheidet. Große Trinkmengen vor einem Urintest verdünnen nur die Probe — Labore prüfen genau darauf mit Kreatinin und spezifischem Gewicht, und eine verdünnte Probe wird in der Regel beanstandet.
Bedeutet ein negativer Test, dass Amphetamin nicht mehr wirkt?
Nein. Nachweisbarkeit und Beeinträchtigung sind zwei verschiedene Fragen. Der Absturz danach — Erschöpfung, schlechte Aufmerksamkeit, zerstörter Schlaf — kann dich noch lange belasten, wenn das Blut längst unter jedem Cut-off liegt. In den meisten EU-Staaten gilt am Steuer für Amphetamin zudem Nulltoleranz.
Woher diese Zahlen stammen
Die Fenster oben sind genau die, die in der Clearhead-Engine hinterlegt sind — jedes an eine publizierte Quelle gebunden statt an eine runde Zahl, die von Website zu Website weitergereicht wird. Das Modell führt eine Plasmahalbwertszeit von rund 10 Stunden als zentralen Wert für neutralen pH, drückt die pH-Unsicherheit als Spanne statt als einzelnen festen Wert aus und wendet die chronischen Fenster nur an, wenn jemand wirklich täglichen oder abhängigen Konsum angibt. Den größeren Rahmen beschreibt unsere Methodik.
Vom Modell herangezogene Quellen: Dolder PC & Liechti ME 2017, Front Pharmacol 8:617 (40 mg d-Amphetamin, Cmax ~120 ng/ml, Tmax ~3 h) · de la Torre R et al. 2004 (Verteilungsvolumen ~4 l/kg, Halbwertszeit 6–12 h, pH-Abhängigkeit im Urin ~7 h sauer bis ~34 h alkalisch) · Cone EJ & Huestis MA 2007 (Speichel-Pharmakokinetik, Speichel-Plasma-Verhältnis ~2,76) · Verstraete AG 2004 (Nachweiszeiten über die Matrizen hinweg) · Andås 2016, J Anal Toxicol (chronischer Hochdosis-Konsum verlängerte den Speichelnachweis auf ~8 Tage; das Amphetamin-Modell endet bei 7,5 Tagen) · Cody JT 2002 (Umwandlung von Methamphetamin zu Amphetamin, ~7 %) · SAMHSA / DHHS und DRUID (Cut-offs für Speichel und Urin). Geprüft am 2. September 2026.